Samstag, 31. Juli 2010

Auf der Suche nach dem "idealen" Home Entertainment System

Der Titel provoziert!

Stände hier "Auf der Suche nach dem idealen Auto" oder "... dem idealen Lebenspartner" wäre den meisten klar, dass es hier um die Erreichung eines persönlichen und individuell unterschiedlichen Ideals geht. Im PC-Bereich habe ich dagegen den Eindruck gewonnen, dass in solchem Kontext häufig versucht wird, den absoluten Standard zu finden bzw. festzulegen.

Ich mache also zunächst klar, dass ich hier keinen Absolutheitsanspruch stelle: auch wenn ich durchaus hohe Ansprüche an die Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems stelle, bin ich kein Enthusiast oder Freak (sei ohne Wertung gemeint), der in allen nach dem Optimum strebt.

Die hier vorgestellte Auswahl an Komponenten ist aufgrund sorgfältiger Recherche in verschiedenen Internetforen getroffen worden, wurde persönlich gestestet und war ausschließlich an der Realisierung meiner persönlichen Ziele - bzw. der meiner Familie - orientiert.

Dennoch glaube ich - und das ist die Motivation diesen Text online zu stellen -, dass es viele "wie mich" gibt, die für ihr tägliches Quantum Home-Entertainment nicht unbedingt das High-End-System oder die berühmte "Eierlegende-Wollmilchsau" benötigen und die das gesparte Geld lieber in Ihre Freizeit oder Kinder investieren. Jenen sei dieses hier eine Hilfe und Anleitung. 
Zielsetzung

Wie üblich, sollte man sich vor Beginn eines solchen Projektes daher zunächst einmal die Sinnfrage stellen, was das System eigentlich leisten soll. Bei mir/uns waren das im Wesentlichen:  
  • Möglichst nahtlose Integration in das heimische Wohnzimmerer-„Ambiente“: Da der vor 4 Jahren angeschaffte Toshiba 37“ LCD in silbergrau bereits die Optik dominierte musste alles andere diesem Design folgen.
  • Möglichst kompakt in den Abmessungen (Mini-ITX, Low Profile, entsprechendes Gehäuse)
  • Ausreichend Leistung zur Wiedergabe von Blu-Rays, HDTV per DVB-S/S2 und 5.1 Dolby Surround
  • Allround-System für Fernsehen, Videos/Fotos betrachten und Musik hören im täglichen Einsatz (alle anderen Komponenten für diese Zwecke sollten entfernt werden).
  • Satte Speicherkapazität zur Aufnahme zahlloser Kinderserien und Spielfilme (die man, wegen der Kinder, irgendwann in >10 Jahren erstmals sehen wird)
  • Stabile Performance, daher möglichst wenige Komponenten namhafter Hersteller mit gutem Support (regelmäßige Treiberupdates, große Community)
  • Einfache Bedienbarkeit und unkomplizierte Backup/Restore Möglichkeit.
  • Preisvorstellung für den fertigen HTPC: ca. 800-900 EUR (hierbei wurden die vorhandenen PC-Komponenten im Neupreis miteingerechnet).

Ich hoffe, dass ich mit dieser Vorstellung daher allen eine Vorlage oder zumindest Anregung bieten kann, die ähnliche (gemeinschaftliche) Ansprüche an Ihr System stellen.


Vorhandene Komponenten

Aus vorangehenden Projekten bzw. als Grundausstattung waren folgende Komponenten vorhanden, die schon allein aus Kostengründen in Verbindung mit dem neuen System wiederverwendet werden sollten.

37“ LCD-Bildschirm: Toshiba 37 WL 58 P

  • 37" entspr. 94cm Bildschirmdiagonale / 16:9.
  • Helligkeit 500cd/m².
  • Kontrastverhältnis 800:1.
  • Auflösung: 1366x768 RGB (WXGA).
  • Reaktionszeit: 10ms.
  • Real Digital Picture. Colour Management. HD ready.
  • SRS WOW Surround Sound. Bassverstärker / autom. Lautstärkeanpassung. Gesamtmusikleistung 2 x 30W
  • 16:9 Formatumschaltung. Autom. Formatanpassung (WSS). Zoom Modi: 4:3/14:9/16:9
Quelle: http://www.amazon.de/

5.1 Soundsystem: Teufel Concept E-Magnum Power-Edition in silber 
  • Vollaktives 5.1 Multimedia und Heimkino-System
  • 450W Musikleistung
  • An jede Soundkarte anzuschließen
  • Infrarot Fernbedienung im Lieferumfang
  • Universell einsetzbar
Quelle: http://www.teufel.de/

Motherboard: Intel DG45FC mit C2D E6550 und 4GB DDR-2 RAM

Aus dem (erweiterten) Vorgängerprojekt, welches ich unter http://www.mce-community.de/forum/index.php?showtopic=34264 beschrieben hatte, waren insbesondere noch ein Intel DG45FC Mini-ITX Motherboard inklusive.
  • Intel Core 2 Duo E6550@2.33GHz
  • Silverstone Low Profile CPU-Lüfter SST-NT07-775 und
  • 4GB DDR-2 RAM KINGSTON KVR800D2N5K2/4G
übrig, welche ebenfalls, da gerade mal ein knappes ¾ Jahr alt und leitungsmäßig noch auf der Höhe der Zeit, im neuen System wieder verwendet werden sollten.
  • CPU: Sockel-775
  • Chipset: Intel G45/ICH10R
  • Speicherslots: 2x PC2-6400U DDR2
  • Erweiterungsslots: 1x PCIe x1
  • Anschlüsse extern: 1x DVI, 1x HDMI, 6x USB 2.0, 1x eSATA, 1x Gb LAN, 7.1 Audio
  • Anschlüsse intern: 4x USB 2.0, 4x SATA II RAID 0/1/5/10 (ICH10R), 1x seriell
  • IGP: GMA X4500HD
Quelle: http://www.intel.com/

HDD: 320GB 2.5“ Western Digital Scorpio Black WD3200BEKT

Die 320GB große Festplatte von Western Digital im 2.5" Format stammte ebenfalls noch aus dem Vorgängerprojekt und konnte mit vorinstallierter Windowsversion direkt in das neue System übernommen werden, da sich das HW-Setup nicht wesentlich geändert hatte
  • Serial ATA II / 300
  • 320GB
  • 7200rpm
  • 16MB Cache
  • Bauhöhe:9.5mm
Quelle: http://www.amazon.de/

TV-Tunerkarte: Digital Devices Cine-S2 Dual DVB-S2 HDTV

Eine noch vorhandene TV-Karte Media-Pointer MP-S2² DVB-S2 Twin Tuner hatte ich zwischenzeitlich gegen das Nachfolgemodell Digital Devices Cine-S2 in der HW-Revision V5.5 eingetauscht, um mir die Option zur Erweiterung mit einem CI-Modul oder weiteren TV-Tunern offen zu halten (siehe unten), welches erst ab Revision V5.5. ohne die Nutzung weiterer interner Steckplätze möglich ist. 
  • Duale DVB-S2 HDTV Karte für PCI Express Sockel im Ultra-Low Profile Format
  • Erweiterungsanschluss, ab HW-Rev. V5.5 kann zur Verbindung mit einem CI- oder DuoFlex- (2 weitere Tuner) Erweiterungsmodul genutzt werden
  • DVB-S2 HD Aufzeichnung im H.264 Format, DiSEqC 2.0 Unterstützung.
  • DVB-S Aufzeichnung im MPEG-2 Format
  • Native Unterstützung von Windows 7 Mediacenter, SD und auch HD ohne Zusatzsoftware
  • Größe: H 50 mm x L 150 mm x T 14 mm
Quelle: http://www.digital-devices.de/


WLAN-Router: AVM FRITZ!Box Fon WLAN 7270 802.11a/b/g/n

Eine FRITZ!Box Fon WLAN 7270 stellt das Herzstück des Heimnetzes dar. Sie ist Schaltzentrale für alle drahtlosen and drahtgebundenen Netzwerkgeräte im Haus. Leider verfügt der heimische DSL-Anschluss nur über 2000kBit/s Download-Kapazität (mehr ist einfach nicht verfügbar), aber das reicht fürs gelegentliche Internet-Surfen und Voip-Telefonieren allemal aus.

  • Integriertes DSL-Modem (für bis zu 16.000 KBit/s)
  • DECT-Basisstation für den Anschluss von bis zu 6 Schnurlostelefonen
  • Telefonanlage für Internet- und Festnetztelefonie
  • Anschlüsse für analoge und ISDN-Geräte wie Telefon und Fax
  • Unterstützt HD-Telefonie bei Voice over IP
  • Bis zu 5 integrierte Anrufbeantworter, Faxfunktion inkl. E-Mail-Weiterleitung
  • USB 2.0-Anschluss für Drucker und Speicher im Netzwerk
  • WLAN-Unterstützung für 2,4-GHz- oder 5-GHz-Verbindungen (802.11n/g/b/a) für bis zu 300MBit/s Datenübertragung
  • Mediaserver für Musik, Bilder und Videos im Netzwerk
Quelle: http://www.avm.de/

Der HTPC wird per FRITZ!WLAN USB Stick N mit bis zu 300MBit/s mit dem Heimnetz verbunden. Drucker und WHS sind direkt am Router angeschlossen.


Das HTPC-Gehäuse

Die quälendste Frage von allen und zumeist ein Kompromiss zwischen (persönlicher) Ästhetik und Budget: die Auswahl des passenden HTPC Gehäuses.

Ich bin doch immer wieder erstaunt, wie wenig Auswahl an „schönen“ HTPC Gehäusen existiert. Die meisten sind für meinen Geschmack eindeutig zu klobig und sehen immer noch viel zu sehr nach PC aus. Die aus meiner Sicht zurzeit schönsten Gehäuse stellt OrigenAE her, gefolgt von Silverstone. Leider haben diese Gehäuse auch einen Preis, der mein Budget definitiv gesprengt hätte.

Da in meinem Fall bereits ein Mini-ITX Mainboard vorhanden war, war dadurch auch die Frage geklärt, für welches MB-Format das Gehäuse geeignet sein musste.

Weitere Kernfragen – neben der Farbe, die in meinem Fall (s.o.) natürlich „nur“ silber/alu sein durfte –, deren Beantwortung erheblichen Einfluss auf die Auswahl des Gehäuses hatten:
  • Wird ein Front-Display benötigt?
  • Wie viele Erweiterungskarten sollen eingebaut werden und in welchem Format (Full-Profile, Low-Profile)?
Erstere Frage konnte ich ganz klar mit einem „Nein“ beantworten. Erstens werden alle benötigten Infos am Bildschirm angezeigt oder sind einfach abrufbar und zweitens wäre der HTPC eh so platziert, dass man das Display aus 3 Meter Entfernung nicht von überall aus hätte einsehen/klar lesen können. Ein vollgrafisches Display halte ich persönlich eh für übertrieben.

Bei der zweiten Frage ist Vorsicht geboten: Zwar verfügt mein vorhandenes Mini-ITX Board nur über einen einzelnen bescheidenen (PCIe-) Expansion-Slot, aber, da dieser für eine Cine-S2 DVB-S2 TV-Karte genutzt werden sollte, stellte sich auch die Frage nach einer Erweiterung mit einem CI-Modul oder ggf. einer zweiten Tunerkarte. Also sollte das Gehäuse die Möglichkeit bieten, mind. zwei Erweiterungskarten (im Low-Profile Format) aufzunehmen.

Anmerkung: Letztlich war meine Absicht der Cine-S2 ein Erweiterungsmodul beizustellen und der nicht ausreichende Platz im Gehäuseinneren, auch der Grund, warum ich mich von meinem vorigen Gehäuse im Mini-PC Format (Jou-Jye NU-0528i-B-CR) verabschieden musste.

MS-Tech MC-1200

Schließlich fiel meine Wahl auf das HTPC-Gehäuse MC-1200 von MS-Tech (offenbar baugleich zum Modell TT-2200 von Techsolo) welches in preislicher, funktionaler wie auch in optischer Hinsicht alle meine Ansprüche erfüllte bzw. sogar übertraf:

  • Silberfarbens HTPC Gehäuse aus gebürstetem Aluminium (optional auch in schwarz erhältlich)
  • Für Mini-ITX und µATX Mainboards geeignet
  • Ausschließlich für den Einbau von Low-Profile Karten geeignet
  • 1 x 5.25" externer Laufwerkseinschub
  • Interner Einbau von 1 x 3.5” oder 2 x 2.5” HDD (per separatem Adapter) möglich
  • Inkl. 350W Netzteil
  • mit Fernbedienung + integriertem USB Empfänger (Wake on USB: der PC lässt sich damit auch aus dem Power-off Zustand einschalten)
  • Front Sound/2 x Front USB
  • Standfüße
  • Abmessungen: 34.30cm x 42.00cm x 10.30cm (L x B x H)
Quelle: http://www.ms-tech.de/

Die Vorteile des Gehäuses liegen im Wesentlichen

  • in der angenehmen Optik (gebürstetes Aluminium, kein Plastik) und
  • in den Abmesungen in den Dimensionen einer üblichen Hifi-Komponente bei geringer Höhe.
  • Es könne bis zu vier Erweiterunsmodule (Low-Profile) verbaut werden
  • Anhand der mitgelieferten Fernbedienung kann der PC auch aus dem Power-Off-Zustand eingeschaltet werden
  • Die Fernbedienung kann auch zur Maussteuerung verwendet werden

Nicht verschweigen möchte ich jedoch die (aus meiner Sicht geringfügigen) Nachteile des Gehäuses,

  • der Original-Lüfter des integrierten 350W-Netzteils ist im Betrieb unüberhörbar laut
  • das Gehäuse verfügt nur an der Unterseite über Lüftungsschlitze
  • der Auswurfknopf für das Blu-Ray/DVD-Laufwerk ist ungünstig platziert und wird beim Öffnen durch die umklappende Schachtblende halb verdeckt (hier wäre die optisch schönere Variante gewesen, wenn die Blende am Tray des Laufwerks hätte befestigt werden können).
  • die mitgelieferte Fernbedienung bzw. der IR-Receiver unterstützt kein RC6 und kann leider (ohne Einsatz zusätzlicher Tools wie z.B. Eventghost) auch nicht alle Funktionen der MCE-Fernbedienung wiedergeben, wie z.B. Videotext aufrufen.


Modifikationen

Austausch des original Netzteillüfters: Scythe SFF80A

Nach Durchforsten des WWW, wo man doch hier und dort auf (spärliche) Infos zum MC-1200 stößt, habe ich mich entschlossen, den dort gefunden Empfehlungen zu folgen und den original Netzteil-Lüfter gegen einen Scyte S-Flex 80 mm Lüfter (SFF80A) zu tauschen, der mit gerade mal 1000 rpm läuft und dabei nur 4.5 dB(A) „Lärm“ erzeugt

Einbau eins zusätzlichen Gehäuselüfters: Noctua NF-S12-800

Um die Luftzirkulation im Inneren des Gehäuses zu verbessern, habe ich zusätzlich einen Noctua NF-S12-800 120 mm Gehäuselüfter eingebaut der 8 dB(A) bei max. 800 rpm produziert. Hier zeigt sich dann doch ein echter Vorteil, wenn man in das Gehäuse nur ein Mini-ITX Motherboard einbaut: Die Lüftungsschlitze an der Unterseite sind nicht verdeckt und man kann bequem einen 120 mm Lüfter darüber montieren, was vom Hersteller durch entsprechende Bohrungen bereits vorbereitet ist. Alternativ lässt sich bei Verwendung eines µATX Boards noch ein 80 mm Lüfter montieren.

Laut Messungen mit dem Intel Hardware Monitor (IDU) liegen damit die Temperaturen im Inneren des Gehäuses auch bei Dauerbetrieb stets im grünen Bereich.

Fernbedienung: Original vs. MCE/RC6 Remote

Die mitgelieferte IR Fernbedienung ist in gefälligem Schwarz gehalten mit ein paar wenigen bunt hervorgehobenen Tasten. Sie ist, glücklicherweise, nicht mehr das lollipop-bunte Modell, das offenbar früher ausgeliefert wurde. Die Features, die FB auch zur Maussteuerung nutzen zu können sowie den PC damit auch aus dem ausgeschalteten Zustand einschalten zu können sind durchaus Highlights, die man nicht bei jeder Feld- und Wiesenfernbedienung wiederfindet.

Dennoch stört es mich, dass nicht alle MCE-Funktionen belegt sind. Für die Steuerung von Mediaportal lässt sich die Fernbedienung über eine xml-Datei einbinden (Stichwort: „Centarea HID.xml“), leider ist eine Manipulation der Tastenbelegung für das MS Mediacenter nicht ganz so simpel. Aktuell experimentiere ich noch mit dem Tool „Eventghost“ (www.eventghost.org), ob hierdurch Funktionen nachgebildet oder umgelegt werden können.

Alternativ erwäge ich zurzeit den IR Sensor durch einen RC6 fähigen zu ersetzen, um damit wieder eine Microsoft MCE Remote kompatible Fernbedienung verwenden zu können. Da die noch vom Vorgängersystem vorhandene „HFX Vista GP Fernbedienung“ RC6 Codes sendet und ein geeigneter IR Sensor gleich mitgeliefert wird, der sich zudem auch noch für den internen Einbau verwenden lässt, wäre dies eine sofort umsetzbare Option.

Für den internen Einbau wird allerdings ein freier USB-Header benötigt. Durch die 2 x Front-USB und den USB-Anschluss für den originalen IR-Sensor sind rein rechnerisch nur 3 der 4 verfügbaren USB-Header belegt. Leider ist der USB-Anschluss für den originalen IR-Sensor 10-polig ausgelegt und verdeckt damit den freien, benötigten USB-Header.

Nun könnte man ja vorschnell sagen: „Raus mit dem USB-Anschluss für den alten IR Sensor“, wenn da nicht die Bedienelemente an der Vorderseite des Gehäuses wären, die über denselben USB-Anschluss angesteuert werden. Deren Funktionen möchte ich ungern verlieren. In Konsequenz heißt das, wieder einen Adapter finden (oder selber löten) der den 10-poligen Anschluß auf die lediglich benötigten 5 (eigentlich nur 4) Pins umsetzt und damit den vierten USB Header frei macht, oder eben nach einer weiteren Alternative suchen, den RC6 IR Sensor anzuschließen.

Hierzu hat Intel auf dem Motherboard einen weiteren Pin-Header für einen „Front Panel CIR Receiver“ angebracht. Auch hier bietet sich entweder an, einen einfachen CIR (Consumer InfraRed) Receiver selbst zu bauen - (benötigt werden nur die Pins 1, 2, 5 und 8) gem. folgendem Aufbau (C7 kann vernachlässigt werden):


Oder man bedient sich des folgenden Angebotes bei ebay:


In jedem Fall kann über beide Wege anschließend eine MCE/RC6 IR Fernbedienung verwendet werden. Unter Windows 7 werden IR Receiver und Fernbedienung ohne weitere Treiberinstallation erkannt

Aktuell ist der IR-Receiver der „HFX Vista GP“ noch über einen externen USB-Anschluss verbunden.

Hier noch eine Darstellung der auf dem Intel DG45FC Motherboard vorhandenen Header und Connectoren.

Quelle: http://www.intel.com/

Wichtig: Da an den USB-Headern im ausgeschalteten Zustand keine +5V Standby-Power anliegt, muss das mitgelieferte Adapterkabel zwischen Power-Supply und Power-Supply Connector des Motherboards eingefügt werden. Daran ist ein zweipoliges Kabel abgezweigt, welches die +5V Standby Power separat an die Platine mit dem IR-Sensor und den Fontanschlüssen führt. Nur so kann der PC auch in ausgeschaltetem Zustand über die Fernbedienung wieder eingeschaltet werden.

HDD-LED: Anzeige laufender Aufnahmen am HTPC

Die rote LED zur Anzeige von Festplattenzugriffen (neben der grünen Power-LED in der Gehäusefront) habe ich per LEDsDriver von http://slicksolutions.eu/ledsdriver.shtml kurzerhand zweckentfremdet, um laufende Aufnahmen zu signalisieren.

Quelle: slicksolutions.eu


Neu hinzugefügte Komponenten

Blu-Ray Player & DVD Multinorm Brenner: LiteOn iHES208

Der Blu-Ray Player ist eine der unverzichtbaren Erweiterungen, die man benötigt, wenn man daheim in den Genuß hoch- und höchstauflösender Bilder kommen möchte. Die Widergabe von Blu-Ray Discs aus Windows Mediacenter bzw. Mediaportal heraus erfordert softwareseitig jedoch ein paar Klimmzüge.

  • Serial ATA / 150
  • Retail Version: Blende in Silber+Schwarz
  • LightScribe
  • Lesen (CD) 48 fach (7.200 KB/s)
  • Lesen (DVD) 16 fach (22.160 KB/s)
  • Lesen (DVD-RAM) 12 fach (16.620 KB/s)
  • Lesen (Blu-ray) 8 fach (35.960 KB/s)
  • Schreiben (CD-R) 48 fach (7.200 KB/s)
  • Schreiben (CD-RW) 32 fach (4.800 KB/s)
  • Schreiben (DVD±R) 16 fach (22.160 KB/s)
  • Schreiben (DVD-RW) 6 fach (8.310 KB/s)
  • Schreiben (DVD+RW) 8 fach (11.080 KB/s)
  • Schreiben (DVD±R) DL 8 fach (11.080 KB/s)
  • Schreiben (DVD-RAM) 12 fach (16.620 KB/s)
Quelle: http://www.amazon.de/

Common Interface Modul : Digital Devices CI Modul

Auch beim Fernsehen gilt: „HD ist die Zukunft“. Leider haben das vor allem die Anbieter privater (Pay-) TV-Kanäle bemerkt. Um hierfür und für den Bezug von zusätzlichen Kinder- und Dokukanälen ausgerüstet zu sein wird ein Common Interface (CI) Modul zum Anschluss and die vorhandene TV-Karte benötigt.

  • Common Interface CI Modul zur Aufnahme von CAM Modulen (nicht im Lieferumfang enthalten) mit MTD (Multi Transponder Decrypting) Technologie
  • mit Low-Profil und Full-Profil Slotblech
  • zusätzliche Stromversorgung über Floppy-Strom-Stecker notwendig
  • Windows 7 Mediacenter kompatibel
  • CI Modul benötigt keinen zusätzlichen PCIe Slot und kann direkt mit einem 20 cm langen Flachbandkabel an die Cines-S2 (ab Rev. V5.5) verbunden werden.
  • Maße: CI Interface Platine B 12,5 x H 42,5 mm T 100 mm inkl. Pfostenstecker
Quelle: http://www.digital-devices.de/


Erweiterung der (externen) Speicherkapazität und Backup/Restore des HTPC Systems mit Windows Home Server

Nachdem die Erfahrung aus vorangegangenen Projekten lehrte, dass die (unkontrollierte) lokale Archivierung von TV-Aufzeichnungen - und gerade von denen, die das Windows Mediacenter im WTV oder DVR-MS Format ablegt - sehr schnell zur Erreichung und drohenden Überschreitung jeglicher lokaler Speichergrenzen führt, habe ich mich entschlossen, im lokalen Netzwerk einen Windows Home Server bereit zu stellen.

Dieser erfüllt im Wesentlichen die folgenden Aufgaben an zentraler Stelle:

  • Die Archivierung sämtlicher persönlicher, Foto-, Musik- und Video-Dateien
  • Die Archivierung von ausgewählten TV-Aufzeichnungen, die per push-Dienst vom HTPC auf den WHS geladen werden
  • Bereitstellung eines zentralen Software-Repositoriums für Treiber, Installationsdateien und Updates.
  • Lokaler Mailserver/-kollektor, der die Maildaten von verschiedenen externen Mailservern einsammelt und lokal via IMAP oder POP bereit stellt. Fungiert auch als lokales Gateway zum Versenden von E-Mails (SmarterMail)
  • Automatisiertes Backup alle Windows-Clients, einschließlich des HTPCs, im lokalen Heimnetzwerk
  • Restore des gesamten Datenbestandes eines lokal verbundenen Clients oder einzelner Laufwerks-Partitionen davon (nur über LAN mit entsprechender Boot-CD auf dem Client).
  • Über entsprechende Erweiterungen fungiert der Windows Home Server zudem als Streaming Server für Musik und Videodaten an ein Apple IPhone/IPod
Das Thema Windows Home Server allein könnte hier locker zig weitere Seiten füllen. Einen sehr guten Support für alles rund um den Windows Home Server gibt es unter http://www.home-server-blog.de/ in deutscher oder unter http://www.wegotserved.com/ in englischer Sprache

Abschließend sei gesagt, dass der WHS als zentrale Komponenten den ganzen Verbund aus HTPC und weiteren lokalen Clients (Laptop, IPhone, …) erst zu einem wirklichen Konzept vereinigt. Insbesondere das automatisierte Backup der Windows Clients und die Einfachheit des Restore-Prozesses (der zugegebenermaßen dann auch mal ein paar Stunden dauern kann) geben dem zumeist Backup-faulen Benutzer ein nie gekanntes Maß an Sicherheit für den „worst case“ an die Hand..

Acer Aspire EasyStore H340

Nach anfänglichen Versuchen, mir einen Home Server selber aus alten PC-Komponenten zusammenzustellen, bin ich mittlerweile doch zu einer kompakten, gut konfigurierten und leistungsfähigen Lösung „von der Stange“ übergegangen: Meine präferierte Umgebung ist nun ein Acer Aspire EasyStore H340 mit 3x1TB. Dieser verfügt fertig vorkonfiguriert über nahezu alle oben beschriebenen Features und ist durch die Konfiguration der 3x1TB Platten nicht nur reichlich mit Speicher ausgestattet sondern durch Spiegelung auch vor Datenverlust infolge lokaler Crashs halbwegs gefeilt.

  • Intel AtomN230 CPU
  • Intel 945GC Express + ICH7R Chipsatz
  • 2GB DDR2 SDRAM 667MHz
  • 3x1.0TB HDD (Max. 4 HotSwap S-ATA Festplatten)
  • 10/100/1000Mbit/s Onboard Ethernet
  • 5x USB2.0
  • 1x e-SATA
  • Original Microsoft Windows Home Server Betriebssystem
  • Media Streaming (DLNA 1.5) OneTouch USB Copy Taste
  • Netzteil (intern): 200W
  • Maße: 200 (B) x 180 (T) x 212 (H) mm, 
  • Gewicht: 4,5 kg Gewicht (ohne Festplatten)
Quelle: http://www.t-online-shop.de/


Betriebssystem- und Software-Konfiguration

OS: Windows 7 Home Premium 32bit

In der Konstellation mit W7HP32 sind mit Treibern etc. in der Regel die wenigsten Probleme zu erwarten. Die meiste angeschlossene Hardware wird automatisch erkannt und sollte auch auf dem von Windows-Update installierten Stand belassen werden (insbesondere Grafik- und Soundtreiber). Auch das automatische Installieren von Windows-Updates sollte aktiviert bleiben.


Auto-Logon

Ich habe es gerne, wenn der PC nach einem Neustart nicht erst nach Username und Passwort fragt. So kriegen es auch unsere „Kleinen“ hin, den PC nach einem (gelegentlichen) Crash wieder bis zum Mediacenter zu starten.

Das Tool „netplwiz“ zur Einstellung der Auto-Logon Parameter kann per Start - Ausführen aufgerufen werden:

Auto-Logon:
netplwiz

Registry Tweaks

  • Energie-Einstellungen:
Ein Registry Tweak, der insbesondere das Standby-Verhalten des HTPC bei geöffneten Dateien im Netzwerk optimiert (s.u..Energie-Einstellungen*), ist folgender (gefunden auf thegreenbutton.com):

Allow Sleep while network files are open:
[HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Power\PowerSettings\238C9FA8-0AAD-41ED-83F4-97BE242C8F20\d4c1d4c8-d5cc-43d3-b83e-fc51215cb04d]
Attributes=dword:00000000
  • Overscan-Kompensation für Intel GMA:

Wie unter http://www.mce-community.de/forum/index.php?showtopic=22403 geschildert, hatte ich bereits mit meinem ersten HTPC (einem Medion ePC II) das traurige Aha-Erlebnis, dass mein Toshiba LCD einen nicht ganz unerheblichen Teil meiner 720p Auflösung durch Overscan an den Rändern abschnitt. Da sich Overscan-Kompensation weder am Toshiba (kein 1:1 Pixel-Mapping) noch lange Zeit auch nicht mit den Intel GMA Treibern einstellen ließ, war auch hierfür ein Registry Tweak notwendig, den ich wie unter oben angegebenem Link im MCE-Forum ausführlich beschrieben habe.

Mittlerweile erledigt dies der Intel TV-Assistent (in den aktuellen Intel Grafik Treiberpaketen enthalten) ohne aufwendige Registry Manipulation, wobei ich zugegebenermaßen immer noch meine alte REG-Datei importiere, weil dies nach Neuinstallation und bei gleicher Monitor-Hardware immer noch die schnellste Lösung ist.

Energie-Einstellungen

Aus meiner Erfahrung der kritischste Part bei der Softwarekonfiguration.

Der Ruhezustand wird bei mir nie benutzt, daher deaktiviere ich ihn mittels folgendem Kommandozeilenbefehl:

Ruhezustand deaktivieren (CMD.EXE als Administrator ausführen):
powercfg -H off
Ich richte unter Windows 7 grundsätzlich folgenden benutzerdefinierten Energiesparplan ein und habe damit bisher keine Standby-/Resume-Probleme mehr:
Benutzerdefinierter Energiesparplan:
  Kennwort bei Reaktivierung anfordern: Nein
Festplatte:
  Festplatte ausschalten nach: 20 Minuten
Desktophinterrundeinstellungen:
  Diashow: Angehalten
Drahtlosadaptereinstellungen:
  Energiesparmodus: Höchstleistung
Energie sparen:
  Richtlinie für das Zulassen des Abwesenheitsmodus: Ja
  Deaktivierung nach: 20 Minuten
  Zeitgeber zur Aktivierung zulassen: Aktivieren
  Standbymodus mit remote geöffneten Dateien zulassen*: Ein
USB Einstellungen:
  Einstellungen für selektives USB-Energiesparen: Aktiviert
Netzschalter und Zuklappen:
  Standardaktion für Beenden: Nichts unternehmen
  Energiespartastenaktion: Energie sparen
PCI Express:
  Verbindungszustand-Energieverwaltung: Mittlere Energieeinsparung
Prozessorenergieverwaltung:
  Minimaler Leistubgszustand des Prozessors: 5%
  Systemkühlungsrichtlinie: Aktiv
  Maximaler Leistungszustand des Prozessors: 100%
Bildschirm:
  Bildschirm ausschalten nach: Nie
Multimediaeinstellungen:
  Bei der Freigabe von Medien: ... kann in den Energiesparmodus wechseln
  Bei der Videofreigabe: Videoqualität optimieren

Tools

Diese kostenlose Security Lösung ersetzt den Windows Defender und andere 3rd party Antivirus-Tools. Aus meiner Sicht, das einzige Security Tool was zusätzlich zur lokalen Firewall auf dem HTPC laufen sollte.
Die (möglicherweise) Re-Inkarnation von WebGuide. Ermöglicht die Programmierung von Aufnahmen im Windwos Mediacenter über ein Web-Interface. Dazu muss ein entsprechendes Port-Forwarding vom Heim-Router auf den HTPC eingerichtet werden.
Diese Version bringt das langersehnte Plugin mit, welches die Blu-Ray Wiedergabe via PDVD9 (scheinbar) nahtlos ins MC integriert.
  • Windows Home Server Connector und Lights-Out Client

Beide Tools werden vom WHS auf dem HTPC installiert und dienen zur Steuerung der TV-Archivierung, der Einrichtug der zentralen Medienbibliotheken und des planmäßigen Backup-Prozesses auf dem HTPC. Für die Archivierung von TV-Aufnahmen ist auf dem WHS das installierte Powerpack 3 (per Windows Update) erforderlich.
LEDsDriver ermöglicht es, die HDD-Activity LED als Anzeige für eine laufende Aufnahme am HTPC zu nutzen. Dazu muss die HDD-LED mit dem internen Serial-Header des Motherboards verbunden werden (s.o. Modifikationen)

Vorsichtsmaßnahmen

Zugegeben: meine Ansprüche an die Wiedergabe verschiedenster Videoformate sind bescheiden. Aus meiner Sicht sollte man daher unnötige Codec-Experimente tunlichst unterlassen. Generell sollte man den Computer nicht mit unnötiger Software überfrachten und damit dessen eigentlichen Verwendungszweck als Mediacenter unterlaufen.

Windows 7 bringt die meisten Tools, z.B. zum Brennen von CDs bereits von Hause aus mit. Externe Programme, die Windows eigene Funktionen ersetzen oder diese manipulieren, bergen immer die Gefahr in sich, dass Sie auch MC Funktionen überschreiben oder an sich binden und damit das System in seiner Reaktion unvorhersehbar und/oder instabil machen.


Supportforen / Communities

Tipp: Im AVSFORUM teilt das Forumsmitglied „Archibael“ immer mal wieder sein hilfreiches Insiderwissen insbesondere in Bezug Intel Onboard Grafik mit der Community.


Übersicht & Preise der verbauten Komponenten (HTPC und WHS)

Im Folgenden habe ich die Komponenten aufgeführt, die bei aktueller Neu-Zusammenstellung des Systems aus HTPC und WHS benötigt würden. Die zugehörigen Preise wurden aktuell bei Geizhals.at für die jeweils günstigsten Anbieter bzw. – falls bei Geizhals.at nicht gelistet – bei den direkten Anbietern in Deutschland ermittelt.

Bei der CPU bin ich – wegen Nichtverfügbarkeit – von meiner Original-Konfiguration abgewichen und habe sattdessen einen Intel Core 2 Duo 6500 ausgewählt. Dies sollte auf das Gesamtleistungspaket aber keinen gravierenden Einfluss haben.

Intel Media Series DG45FC                    ab   99,80 EUR Noracom
Intel Pentium Dual-Core E6500, 2x 2.93GHz    ab   60,73 EUR Avitos
SilverStone Nitrogon NT07-775 CPU-Lüfter     ab   15,00 EUR Bauers Computermarkt
Kingston KVR800D2N5K2/4G 2x2GB DDR2          ab   75,07 EUR Planet4one
MS-Tech MC-1200, 350W                        ab   77,59 EUR ARLT Computer
Noctua NF-S12-800 120x120x25mm 800rpm 8dB(A) ab   17,90 EUR Your-World-of-Gaming
Scythe SFF80A 80x80x25mm 1000rpm 4.5dB(A)    ab    7,79 EUR hardwareversand.de
Western Digital WD3200BEKT 320GB             ab   52,59 EUR technikbilliger.de
Scythe Twin Mounter 2x2.5" in 1x3.5"         ab    1,96 EUR Mindfactory
LiteOn iHES208, BD-ROM, CD/DVD+-RW           ab   81,21 EUR hardwaregeier.de
Acer Aspire easyStore H340 3000GB            ab  439,00 EUR redcoon.de
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Summe aller Geizhals.at Bestpreise (31.07.2010): 928,64 EUR
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Digital Devices Cine-S2                          149,00 EUR digital-devices
CI Interface für Cine-S2 V5.5 und DuoFlex         79,00 EUR digital-devices
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HFX Vista GP Fernbedienung incl. IR-Recvr.        29,00 EUR ichbinleise.de
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Summe gesamt - inkl WHS - (31.07.2010):         1185,64 EUR
Summe gesamt - ohne WHS - (31.07.2010):          746,64 EUR


Quellen: http://www.geizhals.at/, http://www.digital-devices.de/, http://www.ichbinleise.de/

Es kommen selbstverständlich noch Lieferkosten hinzu, die in Summe durch Bündelung der Bestelluung auf weniger (dafür evtl. geringfügig teurere) Anbieter optimiert werden können. Anhand der Aufstelllung wird aber deutlich, dass das gesetzte Budget von  max. 900 EUR für den HTPC nicht überschritten wird. Das gesparte Geld kann man dann ggf. in die empfohlene Anschaffung des WHS stecken oder in die nicht-kostenlose Teile der Software, die auf dem HTPC zum Einsatz kommen: Windows 7 und Power DVD (jeweils ca. 50 EUR).

Ich habe wenige HTPC-Systeme von der Stange gesehen, die für denselben Preis vergeleichbare Leistung boten. Insofern liegt die Schmerzgrenze von ca. 800 - 900 EUR auf dem Niveau einfacher, kommerzieller HTPC-Systeme, und ist vergleichbar - je nach Anspruch - mit dem, was man in Summe für AV-Receiver, Blu-Ray Player und DVB-Receiver mit HD-Recorder ausgeben würde.

Gemäß einer bekannten Werbung: Preis für den HTPC: 800 EUR - Spaß und Erfahrunsgewinn beim Zusammenbau: unbezahlbar!



Erfahrungen

Die verwendeten Komponenten liefen ja bereits im Vorgängergehäuse seit Oktober 2009 relativ zuverlässig miteinander. Der Umzug in das neue, größere Gehäuse und das Hinzufügen des Blu-Ray Combo Laufwerks und des CI Moduls haben daran glücklicherweise nicht viel geändert.

Als gelegentliches Ärgernis tritt auf, dass nach dem Wiederaufwecken aus dem Standby der Bildschirm schwarz bleibt. Manchmal hilft Abwarten (ca. 1 Minute), bis auch der WHS über den Lights-Out Client aufgeweckt wurde, zuweilen muss das System aber auch gänzlich neu gestartet werden. Ein Fix ist mir bisher dafür leider noch nicht in die Hände gefallen (Folge: leichte Abstriche beim „WAF“). An einigen Stellen wird der Intel Sound-Treiber dafür verantwortlich gemacht. Der Reboot-Vorgang bis zum Erscheinen des Windows Desktops ist bei gegebener Konfiguration glücklicherweise aber in ca. einer Minute erledigt.

Lauteste (in immer noch bescheidenem Maße) Komponenten im Verbund ist aktuell der WHS, der daher in eine hintere Ecke des Wohnzimmers verbannt wurde. Der satte Sound der Teufel 5.1-Anlage übertönt jedoch auch das Lüfter- und Festplattengeklapper des WHS allemal.

Die CIíne-S2 TV-Tunerkarte liefert ein gestochen scharfes Bild auf allen SD und HD Kanälen und verrichtet klaglos – bis auf gelegentliche, anfängliche Empfangsprobleme nach dem Neustart des HTPCs – ihre Dienste im Windows 7 Mediacenter. Beide Tuner sind über eine Weiche an denselben Ausgang eines Multiswitches verbunden. Die meisten Programme, die wir schauen, liegen innerhalb desselben Frequenzbandes und auf gleicher Polarisationsebene, so dass es auch nur selten zu Konflikten bei gleichzeitigem Aufnehmen und Sehen zweier unterschiedlicher Programme kommt. Im Aufbau als Dual-Tuner ohne Einkabel-Lösung empfiehlt es sich die TV-Karte für die Nutzung von DiSEqC im Mediacenter einzurichten. Dabei gibt man – unabhängig von der tatsächlichen Situation – bei der Konfiguration im Mediacenter an, dass man die Karte für mehrere Satelliten verwenden möchte.

Mit dem Einbau des Blu-Ray Players von LiteOn hat sich für den optischen/akustischen Genuß von Videos eine neue Dimension geöffnet. Selbst auf dem „nur“ HD-Ready LCD-Bildschirm von Toshiba erstrahlen nun Farben in ungekannter Brillanz und die Bilder wirken insgesamt deutlich feiner und plastischer.

Trotz gelegentlicher Nutzung des alternativen Mediacenters von Team Mediaportal (www.team-mediaportal.com), das im aktuellen Relase 1.1 und mit vom XBMC-Projekt portierten Skin StreamedMP optisch sehr ansprechend daher kommt, bleibt das Windows 7 Mediacenter meine bevorzugte Multimediaplattform. Hier läuft das Zusammenspiel (Standby/Resume, Programmierung und Archivierung von TV-Aufnahmen, etc.) der Komponenten schlichtweg am reibungslosesten. MediaPortal benötigt aus meiner Sicht zu einer "abgerundeten" Konfiguration sehr bzw. zu viel Expertenwissen und unterliegt immer noch einem raschen Wandel, was etablierte Lösungen schnell wieder obsolet werden lässt. Dennoch Hut ab vor den Entwicklern, die seit Jahren an diesem Projekt arbeiten und hier großartiges geleistet haben. Wird irgendwann der große Wurf gelingen und man führt Mediaportal mit seiner leistungsstarken TV-Engine und das optisch ausgefeiltere XBMC-Projekt, welches zuzeit keine eigene Unterstützung für Live-TV bietet, zusammen, könnte dieser Hybrid zu einem starken Konkurrent für Microsofts Hauslösung heranwachsen.


Abschluss und Fazit

Die Kombination HTPC mit WHS unterstützt uns nicht dabei unseren Medienkonsum in unendliche Höhen zu trreiben. Im Gegenteil läßt sich damit Fernsehen wesentlich selektiver und entspannter gestalten: Gute Sendungen (oder solche bei denen wir vermuten, dass sie „gut“ sein könnten) werden aufgenommen und ggf. direkt für später archiviert. Statt die „Kleinen“ an Regentagen einfach vor die Glotze zu setzen - was ohnehin keine Option ist - können wir so bei Bedarf und Laune auf ein breites Repertoire an „vorgeprüftem“ Material zurückgreifen.

Auch wir „Großen“ schauen dank Timeshift & Harddisk Recording effektiv weniger fern und halten den Film auch einfach mal an, wenn ein Anruf/Besuch von einem Freund kommt. Serien werden vorprogrammiert und werden zu geeigneteren Zeiten geschaut als am Wochenende oder am Abend, wenn die Kinder mal wieder nicht schlafen wollen. Allein durch das Überspringen der Werbeblöcke kann man dann seine Libelingsserie fast schon in der Hälfte der Zeit sehen. Insgesamt gehen wir so sehr viel selbstbestimmter mit dem Medium Fernsehen um.

Das Project „Heimvernetzung und Mediacenter“ ist und bleibt natürlich im Wesentlichen eine Herzensangelegenheit von mir. Ginge es nach meiner Frau, hätten wir auch heute noch das klassische Hifi-Rack plus Satelliten-Tuner und „aus die Maus“. Diese Geräte hatten wir alle und sie haben zugegebenermaßen ihre Dienste im Alltagsgebrauch auch nicht schlechter verrichtet als es heute der hochkomplexe HTPC tut. Aber wer will schon Alltag? Und gemäß dem Motto „nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ ist doch die Veränderbarkeit und Optimierung des Aufbaus eine stetige Herausforderung für den Tüftler… wenn nur die Zeit dafür nicht immer so knapp wäre :( . So mancher Umbau erfolgt dann auch mal in Nachtarbeit.

Anfängern und „Alltagsguckern" wie mir würde ich das System, so wie es jetzt ist, uneingeschränkt empfehlen. Gerade Anfängern hoffe ich mit dieser Darstellung die Angst vor dem Wagnis eines Eigenbaus nehmen zu können. Ein bisschen habe ich die Hoffnung, dass das System auch anspruchvolleren Benutzern gefallen könnte. Vor allem, wenn das Budget klein bleiben soll.

Für Kritik, Anregungen und Fragestellungen bin ich selbstverständlich jederzeit offen. Allzu eifrigen Kritikern gebe ich jedoch zu bedenken, dass, genauso wie es Liebhaber für alle erdenklichen Formen und Typen von Autos gibt, es auch im HTPC Bereich schwierig sein dürfte, die „ideale Konfiguration“ zu bestimmen. Auch wenn man sicherlich hinsichtlich Leistungsfähigkeit und Erweiterbarkeit einer Zusammenstellung objektiv noch die Spreu vom Weizen trennen kann, muss man letztendlich aber die Zielsetzung/Erwartung des Benutzers als Maßstab akzeptieren.

Zum Schluss grüßt freundlich Euer

Gump

4 Kommentare:

  1. Hallo, mich wurde interressieren wie laut den HTPC wird?
    Und ob PIP möglich ist?

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  2. Hallo,

    hat der Tausch des NT Lüfters auch nach vielen Wochen keine Probleme mit sich gebracht?

    Ich habe das gleiche vor aber kenne noch keinen Dauertester der grünes Licht gibt.


    Gruß Jens

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  3. Hi,

    ich hab mir kürzlich die HFX Vista GP gekauft bekomme sie aber nicht zum laufen unter Windows Home Server 2011. Hat jmd evtl. einen Tip? gibts eigene Treiber dafür?

    zu Eventghost - unter win7 habe ich es zum laufen gebracht mit XBMC das Problem das ich hatte war, das er bei UP zb. eine Zeile übersprungen hat... d.h. Zeilen 1-6 übersringt er zeile 2 und geht direkt zur Zeile 3...etc

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